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Die Waldglashütten im Nordsolling


Die Waldglashütten im Nordsolling

Kulturnachmittag des Heimatpflege- und Kulturverein Schorborn-Schießhaus.

Der Heimatpflege- und Kulturverein hatte seine Mitglieder und an dem Thema interessierte Menschen zu einer Veranstaltung mit dem Referenten Dr. Klaus Weber eingeladen.Dr. Weber

Der Nachmittag begann nach einer netten Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden des Vereins, Dieter Helmer, mit einem gemeinsamen Kaffee trinken. Das Kuchenbuffet war wieder sehr vielfältig und lud zum Genießen ein. Nach dieser Stärkung warteten alle schon gespannt auf die Präsentation von Dr. Weber.Zuhoerer

In einer kurzen Einleitung erklärte Dr. Weber, dass seine Präsentation sich hauptsächlich auf die Waldglashütten im Nordsolling beziehen würde, auf den gesamten Solling ausgeweitet, würde es den Rahmen des Nachmittags sprengen. Spannend und interessant verstand er es dann, den Bogen von den Anfängen der Glaskultur, deren Wiege lange vor unserer Zeitrechnung in Syrien vermutet und nachgewiesen wurde, bis hin zu den Wanderglashütten in Hellental und Schorborn zu spannen.Dr. Weber

Der damalige Wald- und Wasserreichtum des Sollings sorgte dafür, dass die Glashütten das erforderliche Material zum Erschmelzen des Glases direkt vor Ort hatten. Erstaunt waren die Zuhörer darüber zu hören, dass z.B. der Buchenholzbedarf für die Herstellung der u.a. benötigten Pottasche um ein vielfaches größer war als der Bedarf an Holz zum Schmelzen der anderen Rohstoffe. Die Erzeugnisse der Schorborner Glashütte waren durch die Kreativität der Glasmacher sehr begehrt und der Bedarf überstieg bald die Produktion. Anhand von Bildern der Exponate, die z. T. auch in der Grünenplaner Museumsausstellung gezeigt wurden, konnten sich die Anwesenden einen umfassenden Überblick über die Vielfalt der Produkte und über ihre Einzigartigkeit verschaffen.

Um den wachsenden Glasbedarf decken zu können, entschied man sich für die Gründung von Filialglashütten. 1775 erfolgte dann die Gründung der Grünglashütte am Pilgrimsteich, 1783 die der Weißglashütte in Mühlenberg, die hauptsächlich Flach- und Apparateglas, sowie Medizingläser herstellte und 1799 der Bau der Moorhütte am Mecklenbruch.

Als der Holzvorrat in der Umgebung der Schorborner Glashütte zu Ende ging und die Anfahrtswege immer länger und beschwerlicher wurden, stellte man 1842 die Produktion ein. Noch heute kann man mit etwas Glück in der Umgebung der ehemaligen Glashüttenstandorte vereinzelt Flaschenverschlüsse, farbige Glasstücke und ähnliche Kleinigkeiten finden.

Am Ende seiner Präsentation wurde Dr. Weber mit viel Applaus belohnt. Dieter Helmer bedankte sich bei ihm mit einem herzlichen Dankeschön für den informativen und lehrreichen Vortrag

. Alle Anwesenden diskutierten im Anschluss daran sehr intensiv und lange über das eben Gehörte und verbrachten gemeinsam noch einige harmonische Stunden.

Weitere Informationen erhalten sie auf der Internetseite des Heimat- und Geschichtsvereins für Heinade-Hellental-Merxhausen e.V.