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Die Fürstliche Hohl- und Tafelglashütte am Schorbornteich


Heimatpflege- und Kulturverein Schorborn-Schießhaus besucht die Museumsausstellung in Grünenplan

 

Zur Einstimmung auf den geplanten Kulturnachmittag im November, der unter dem Thema „Glashütten im Solling“ geplant wird, hatte der HKV seine Mitglieder zu einem Besuch der Museumsausstellung in Grünenplan eingeladen.

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Da mit dem Leiter des Museums eine Sonderführung vereinbart worden war, hatten alle Teilnehmer ausreichend Gelegenheit, die Ausstellung auf sich wirken zu lassen und sich intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen.

Spannend war es zu hören, dass das Weserbergland schon im 17. Jahrhundert mit über 90 Waldglashütten eine der größten zusammenhängenden Glasregionen Deutschlands war. Die Gründung der „Spiegelglasmanufaktur“ in Grünenplan, der Manufaktur in Holzen und die der „Fürstlichen Hohl- und Tafelglasmanufaktur“ am Schorbornteich im Solling fanden zeitgleich 1744 auf Anordnung Herzogs Carl I von Braunschweig und Wolfenbüttel statt.

Mit den Erzeugnissen dieser drei Glashütten konnte nicht nur der gesamte Glasbedarf des Herzogtums Braunschweig gedeckt werden, sondern man exportierte bereits ins Ausland, sogar bis nach Übersee.

Nachdem Kammerrat Ziesisch, der Gründer dieser drei Glashütten, von Hellental, wo Herzog Carl eine Glashütte gekauft hatte, mit den Glasmachern und deren Geräten nach Schorborn umzog, baute er hier das Hüttengebäude mit Schmelzöfen für Weiß- und Grünglas, das Pächtergebäude mit Kapelle, Glasmacher-Wohnhäuser und die notwendigen Nebengebäude.

In unserer Schorborner Glashütte wurden nachweislich eine ungewöhnlich große Anzahl von Abendmahlkelchen sowie Patenen und Glaskelchen hergestellt. Während der ersten Produktionsjahre wurden die Schorborner Gläser in Braunschweig von Johann Heinrich Balthasar Sang veredelt, später wurden diese Arbeiten direkt vor Ort von Johann Nikolaus Fleischhauer ausgeführt.

Die Kreativität der Schorborner Glasmacher war beeindruckend: Die hergestellten Wein- und Schnapsgläser, Bierkrüge, Flaschen und Gebrauchsgegenstände verfügten über eine Gestaltungsvielfalt sondergleichen.Glashuette_1

Fast einhundert Jahre arbeitete die Schorborner Glashütte – im Jahre 1842 wurde durch den Holzmangel die Schließung der Glashütte erforderlich.

Nach so vielen Informationen, intensiven Ansehen der ausgestellten Abendmahlkelche und der anderen Gebrauchsgläser und Krüge verabschiedeten sich die Mitglieder sehr beeindruckt vom Leiter des Museums.

Ein gemeinsames Kaffee trinken im Scheunencafe in Ockensen bildete den Abschluss dieses geschichtsträchtigen Nachmittags.

 Text und Fotos Thea Rauner